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Ohne Druck gegen die besten Europas
Badminton:
Shane Razi und Flurina Spühler vom Adliswiler NLA-Team vor der Junioren-EM
Zwei Nachwuchsspieler des Badmintonclubs Adliswil stehen im Aufgebot für die Junioren-EM. Shane Razi möchte gute Resultate erreichen, Flurina Spühler muss Erfahrungen sammeln.
28.03.2007 - Stefan Kleiser

Shane Razi ist krank: In der Nacht auf Samstag hat ihn eine Magen-Darm-Grippe ins Bett gezwungen. Das ist keine ideale Vorbereitung auf die Junioren-Europameisterschaft, an die der Badmintonspieler am Freitag abreisen wird. Vielleicht kommt es da gerade richtig, dass der im BC Adliswil lizenzierte 19-jährige seine Ziele nach unten korrigiert hat. Sprach er zunächst davon, eine Medaille gewinnen zu wollen, so sagt er nun, er wolle in Saarbrücken einfach gut spielen.
«Ich denke, eine Medaille wäre möglich», findet Nationaltrainer Allan Scherfig noch immer. «Aber an den letzten zwei Turnieren hat Shane die besten Europäer gesehen. Ich glaube, die haben ihm imponiert.» Die Ergebnisse an den Dutch und den German Open seien sicher ein Grund, wieso er seine Ziele verändert habe, sagt Razi. «Ich will mir nicht zu viel Druck machen. Ich meinte, ich müsse eine Medaille gewinnen, wenn ich Badmintonprofi werden will. Nun habe ich gemerkt, dass nicht alles von einem Turnier abhängt - sondern vom Weg und dem Potential.»
Nach der EM wieder Teilzeit-Profi
Razi ist für Nationaltrainer Scherfig nicht nur ein talentierter Individualspieler im Team, das nach dem Aufstieg vor einem Jahr in der A-Gruppe mittun darf. Razi kann im Einzel wie auch im Doppel eingesetzt werden, «und jedes Spiel zählt». Scherfig ist überzeugt, dass jede Partie des Teamwettbewerbs knapp ausgehen wird.
Razi hat sich extra im Hinblick auf die EM drei Monate lang ganz auf Badminton konzentriert. Vor zwei Wochen war Razi mit Doppelpartner Anthony Dumartheray am Super-Series-Turnier in Basel am Start. «Das hat mir viel an Erfahrung gebracht», sagt er. «Wenn wir konstant spielen, können wir bei der richtigen Auslosung in die Viertelfinals kommen.» Allerdings warten in der dritten Runde die topgesetzen Dänen Skovgaard/Larsen. Und nach der EM? «Dann werde ich weiterhin viel trainieren und teilzeit arbeiten».
Im langen Trainingslager
Neben Shane Razi ist auch Flurina Spühler aus Samstagern, gemeinsam mit ihrer Doppelpartnerin Cendrine Hantz, für die Junioren-EM aufgeboten. Dass sie im Teamwettkampf zum Einsatz gelangen werden, ist eher unwahrscheinlich, denn mit Tenzin Pelling / Justine Ling ist ein stärkeres Juniorinnen-Doppel selektioniert. Im Individual-Wettbewerb stehen der Schweiz aber zwei Startplätze pro Disziplin zu. Flurina Spühler und Cendrine Hantz werden deshalb mindestens den Doppelwettkampf bestreiten.
Der Nationaltrainer nimmt die zwei mit nach Deutschland im Hinblick auf die EM in zwei Jahren. «Dann werden sie Schlüsselspielerinnen sein. Sie sollen schauen, wie alles läuft, damit es ihnen in zwei Jahren nicht fremd ist.» Ihr Ziel in Saarbrücken müsse es sein, gute Matches haben, so Scherfig. Aber auch nach dem Ausscheiden werde täglich trainiert. «Eigentlich ist die EM ein langes Trainingslager.»
«Ich habe mich mental gut vorbereitet», sagt Flurina Spühler. Auch in der Nationalliga A lief es zuletzt besser. «Am Anfang hatte ich zu viel Respekt vor den Gegnerinnen», gibt Spühler zu: «Nächste Saison werde ich mehr Spiele gewinnen». Auf sie vorbereiten wird sie sich im Ausland. Im Juli und August ist ein sechswöchiger Aufenthalt in Jakarta geplant. Sie freue sich, eine andere Trainingsmentalität kennenzulernen, sagt Flurina Spühler. Und in Indonesien habe Badminton einen ganz anderen Stellenwert. «Es war mir wichtig, einmal ein anderes Land zu sehen.»
Quelle: Zürichsee-Zeitung |
Autor: Stefan Kleiser
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